„Nein, Schmerzen hat er keine“ – ist das wirklich so?
Viele Menschen glauben, ihr Tier in- und auswendig zu kennen, mit ihm gut kommunizieren zu können und sich gut mit ihm zu verstehen. Aber es gibt ein Thema, bei dem selbst versierte und langjährige Hundehalter manchmal überfragt sind. Bei der Frage „Hat Ihr Tier denn Schmerzen?“
In der Praxis hören wir dann meist „Nö, Schmerzen hat er keine“. Meine Gegenfrage lautet dann üblicherweise „Woran merken Sie das?“ Und meist kommt dann „Na ja, er spielt und er frisst auch und jaulen tut er nicht.“
Wenn es doch nur so einfach wäre…. Zum einen können Tiere sich leider verbal nicht so äußern wie wir darüber hinaus sind sie geradezu Meister darin, sich durch Meideverhalten vor Schmerzen zu schützen oder diese zu lindern. Und zum dritten gibt es natürlich auch die Tiere, die „über den Schmerz hinweg“ immer weiter arbeiten oder spielen. Die sprichwörtlich harten Terrier etwa oder die fleißigen Dienst- oder Jagdhunde. Tja und wir Menschen sind leider vielfach trotz aller Liebe zum Tier nicht in der Lage ihre Signale richtig zu lesen.
Wie erkenne ich als Halter also, ob mein Hund oder meine Katze Schmerzen hat – was können Hinweise sein, dass es ihm nicht gut geht?
Viele Tiere, gerade Hunde, neigen dazu, nur dann Schmerzen zu zeigen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Versuchen sie also, den Hund in einer entspannten und für ihn vermeintlich unbeobachteten Situation zu beurteilen. Gerade ein Hund der etwa unter einer Arthrose oder einer Spondylose leidet, wird sich etwa anders hinlegen oder setzen, als er es früher getan hat. Wenn Sie ihm aber den Befehl Platz oder Sitz geben, werden Sie kaum eine Veränderung bemerken.
Im Prinzip kann jede Veränderung schon ein Anzeichen von Schmerz sein, also ein „früher hat er immer…., aber das macht er seit ein paar Tagen oder Wochen nicht mehr“ kann durchaus ein Anzeichen dafür sein, dass Ihr Hund Schmerzen hat.
Aber es gibt natürlich noch viel mehr:
- der Hund hinkt oder lahmt auf einem Bein
- sein Rücken scheint aufgekrümmt oder aufgezogen
- er springt nicht aufs Sofa oder ins Auto
- er läuft weniger schwungvoll oder auch im Passgang
- er läuft schräg oder steif
- seine Hinterhand scheint zu schwingen, er scheint „mit dem Po“ zu wackeln
- er setzt sich ungern oder schief
- er liegt vermehrt auf einer Seite und vermeidet eine Belastung der anderen Seite
- er liegt lieber als zu stehen oder zu sitzen
- er steigt ungern Treppen
Natürlich gibt es neben diesen Verhaltensauffälligkeiten auch Lautäußerungen oder optische Veränderungen, die auf Schmerzen hindeuten können. Dazu gehören neben dem für jeden eindeutigen Jaulen oder Fiepen auch Zähneklappern, Schmatzen oder auch der vermehrte Speichelfluss.
Nicht zu vergessen sind natürlich neben diesen meist eher skelettalen Problemen auch ganz andere Schmerzen, die unsere Hunde genauso quälen können, wie uns selbst: Zahnschmerzen.
Die meisten Hunde, die mit Zahnschmerzen kommen, sind älter als 3 oder 4. Viele von ihnen haben massive Zahnprobleme, ja sogar Abszesse, ohne dass die Besitzer überhaupt bemerkt haben, dass sie Schmerzen haben. Aber die Anzeichen sind da – manche kauen nur auf einer Seite, andere schlingen sie ihr Futter im Ganzen herunter, statt es zu kauen. Andere riechen aus dem Maul oder haben entzündetes Zahnfleisch. Manche speicheln vermehrt oder niesen häufiger.
Typische Warnhinweise für starke Schmerzen, deren Ursache in einem Zahnproblem liegt, können dabei sein
- Schiefhaltung des Kopfs
- Verzicht auf Leckerlis
- Ablehnung von Trockenfutter und Bevorzugung von Nassfutter
- komplette Nahrungsverweigerung
- langsames Essen
- vermehrter Speichelfluss
- Mundgeruch
- Verweigerung von Kauspielzeug oder Knochen
Aber was ist nun zu tun, wenn man den Eindruck hat, dass das eigene Tier Schmerzen hat, oder bereits wegen Schmerzen in Behandlung ist?
Als erstes sollten Sie natürlich Ihren Tierarzt aufsuchen und nicht versuchen, auf eigene Faust etwas zu tun. Nur der Tierarzt ist in der Lage, durch eine komplette Diagnostik und hier insbesondere durch klinische Diagnose, als die komplette körperliche Untersuchung des Hundes, das Übel an der Wurzel zu packen. Hierzu gehört zum Beispiel insbesondere bei Lahmheiten eine Gangbildanalyse, auf die wir in unserer Praxis großen Wert legen.
Bereits kleinste Veränderungen im Gangbild, die für Sie als Besitzer möglicherweise gar nicht sichtbar sind, können einen Hinweis auf eine Schmerzhaftigkeit geben.
Auch eine Triggerpunktuntersuchung gehört zum üblichen Ablauf der Diagnosestellung – hier werden Verhärtungen in der Muskulatur aufgespürt, die Schmerzen verursachen.
Nach der zu klinischen Diagnose, der Gangbildanalyse und der Triggerpunktuntersuchung folgen dann bei Bedarf weitere Untersuchungen wie das Röntgen – bei uns in der Praxis schnell und in bester Qualität durch unser Hochfrequenzröntgengerät – , eine Blutentnahme und eventuell auch ein Ultraschall um die Ursache zu suchen.
Wenn die Ursache der Schmerzen gefunden ist, kann es an die Behandlung gehen und auch hier stehen uns zahlreiche Wege offen. Je nach Fall und Diagnose entscheiden Arzt und Patientenbesitzer gemeinsam, wie weiter vorgegangen wird. In unserer Praxis bieten wir dazu nahezu das komplette Spektrum ganzheitlicher Möglichkeiten an: Akupunktur, Störherdbehandlung, Bioresonanz, Goldakupunktur, pulskontrollierter Laserakupunktur, Neuraltherapie und mehr. Und natürlich wird – gerade zu Beginn – auch unterstützend klassisch schulmedizinisch mit Antiphlogistika gearbeitet.
Der ganzheitliche Weg, insbesondere Akupunktur, Goldakupunktur und C- Pet führen hierbei zu dauerhaften Erfolgen und ist so der optimale Weg zur langfristigen Heilung oder zumindest zur deutlichen Besserung der Schmerzen Ihres Tiers.
Selbst Tiere, die rein schulmedizinisch nur durch Dauergabe von Schmerzmitteln oder auch operativ therapiert werden können, sind so vielfach in der Lage, ein völlig beschwerdefreies Leben zu führen.
Ein besonderes Augenmerk legen wir in unserer Praxis in der ganzheitlichen Therapie vor allem auch auf die Betreuung von Tieren, die im Sport eingesetzt werden – dies gilt beispielsweise für Windhunde, die im Rennsport aktiv sind oder auch für Hunde, die Agility laufen etc. Durch die verschiedensten Techniken der Akupunktur, die pulskontrollierte Laserakupunktur und die Bioresonanz sind wir in der Lage, auch schon im Vorfeld Störungen im Energiefluss zu erkennen und zu behandeln, die später Beschwerden führen können.
Wünschenswert wäre hierbei ein regelmäßiges Scanning der Tiere um diese Störungen bereits in der Entstehung zu finden und vor der klinischen Diagnose einen beschwerdefrei funktionierenden Körper zu erhalten.